Auswirkungen der WLTP Einführung auf die NoVA

Auswirkungen der WLTP Einführung auf die NoVA


Erwartungen für die Steigerung der NoVA liegen bei einem Plus von rund 28% durch den Effekt von WLTP. Dadurch ergeben sich für den Staat zusätzliche Steuereinnahmen von rund 130 Mio Euro. Die Empfehlungen der Europäischen Kommission nach Steuerneutralität im Zuge der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus bleiben derzeit unberücksichtigt.

 

Seit 1. September ist der neue Prüfzyklus WLTP in Europa Pflicht, was bedeutet, dass praktisch keine Fahrzeuge, die unter dem „alten“ NEFZ Prüfzyklus homologiert wurden, mehr neu zugelassen werden dürfen (mit Ausnahme der Schweiz). Die ursprüngliche Annahme, dass unter Verwendung einer Rückrechnungsformel auf einen korrelierten NEFZ Wert sich keine Steigerungen im CO2 Ausstoß ergeben werden, hat sich in den Eurotax vorliegenden Daten nicht bestätigt. „Unsere internationalen Daten zeigen einen durchschnittlichen Anstieg der CO2 Emissionen bei real zugelassenen Fahrzeugen zwischen 6 und 7 Prozent“, so Roland Strilka, Director Insights & Valuation bei Eurotax in Österreich. Folgend einer Modellrechnung bei der die Neuzulassungen 2017 als Ausgangsbasis dienen, ergibt das einen Anstieg der durchschnittlichen CO2 Ausstöße von 119 g/km auf 127 g/km. Das bedeutet im Durchschnitt in der Modellrechnung ein Ansteigen der NoVA um rund 28% (von 5,8% auf 7,4%) oder pro neu zugelassenem Fahrzeug 1.700 Euro (etwa 360 mehr als zuvor) NoVA, die zu entrichten ist. Ergebnis: 130 Mio Euro mehr für den Fiskus pro Jahr.

 

Spielt man den Gedanken weiter unter der Annahme, dass die derzeitige NoVA Regelungen nicht angepasst werden, ergibt sich sobald nicht mehr die rückgerechneten NEFZ Korrelierten Werte, sondern die tatsächlich unter WLTP gemessenen CO2 Werte angewendet werden, ein dramatisches Bild. In der Modellrechnung steigt die NoVA im Durchschnitt auf etwa 2.940 Euro pro Fahrzeug ( bzw. einen NoVA Satz von 12,8%). Das bedeutet im Vergleich zu dem Zeitraum vor dem 1. September 2018 (NEFZ) eine Steigerung um 120%, also auf mehr als das Doppelte.  Profiteur wieder der Fiskus mit Mehreinnahmen von rund 550 Mio Euro.

 

Bereits in den letzten Monaten waren hohe Rabatte auf Lagerfahrzeuge am Markt verfügbar. Seit Anfang September kommen die nicht abverkauften Lagerfahrzeuge als Tageszulassungen auf den Markt. In welcher Vehemenz bleibt noch abzuwarten. Konsumenten und Flotten sind jedenfalls dazu verleitet auf diese Angebote zurück zu greifen. „Der Grund sind niedrigere Steuern bei der Anschaffung. Bei Firmenwagen mit privater Nutzung geht es hier jedoch oft auch darum ob die CO2 Grenze für den Sachbezug (1,5% oder 2%) überschritten wird, und das wirkt sich auf die gesamte Haltedauer aus. Paradox ist, dass ältere Fahrzeuge dadurch attraktiver sind, obwohl sie ja nur auf dem Papier einen niedrigeren CO2 Ausstoß verursachen. Die neuen Fahrzeuge könnten sogar sauberer und effizienter sein.“ fügt Roland Strilka hinzu.

 

Zur Methode: Zur Analyse wurden neue WLTP getypte Fahrzeuge zu ihren Vorgängern gelinkt und verglichen. Die beobachteten Steigerungen in Prozent wurden auf den in Österreich 2017 zugelassenen Fahrzeugpark aufgeschlagen. Als Basis für die Berechnung der steuerlichen Veränderungen wurden ebenfalls die Zulassungszahlen 2017 (Menge und CO2 Ausstoß) herangezogen. Die Mengen und der Fahrzuegmix wurden bei den Projektionen bezüglich der Mehreinnahmen stabil gehalten.

 


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