RW-Szenarien auf dem Weg aus der Corona-Krise: November Update

RW-Szenarien auf dem Weg aus der Corona-Krise: November Update


Im September haben wir das dritte Update veröffentlicht, wie sich die Corona-Pandemie auf den Automarkt bzw. die Gebrauchtwagen-Restwerte bereits ausgewirkt hat und in den kommenden Monaten weiter auswirken könnte. Der folgende Artikel bietet eine weitere Aktualisierung auf Basis der aktuellen Entwicklungen.

„Auf dem Gebrauchtwagenmarkt konnten wir in den vergangenen beiden Monaten eine stabile Nachfrage bei relativ geringem Angebot beobachten. Das hat zu einer weiteren Erholung der Angebotspreise geführt”, fasst Robert Madas, Valuation Insights Manager von Eurotax Österreich, zusammen. „Im Vergleich zum Preis-Niveau von Anfang Februar liegt der Preisindex Mitte November im Schnitt bereits 1,6% über dem Niveau vor Beginn der Corona-Krise“, so Robert Madas weiter.

Die Angebotsmenge bis zu 8 Jahre alter Gebrauchtwagen ist im Vergleich zu Anfang März um rund 23% geringer. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Angebotsdauer zurückgegangen: im Schnitt wird derzeit ein Fahrzeug 85 Tage lang angeboten, nach 96 Tagen Anfang März (siehe Abb. 2).  „Diese Zahlen zeigen, dass die Nachfrage aktuell auf ein begrenztes Angebot trifft. Vor allem junge Gebrauchte bis 12 Monate fehlen auf dem Markt – das Angebot ist in dieser Altersgruppe um rund ein Drittel geringer als noch Anfang März“, erklärt Robert Madas.

 

Abb. 1: Der Preis-Index zeigt die durchschnittliche Preis-Bewegung ausgehend von Anfang Februar. Der Wert ist bereinigt um die Fahrzeug-Alterung und um unterschiedliche Zusammensetzung des Angebots, d.h. der Preisindex zeigt die tatsächlichen Preis- Veränderungen gleicher Fahrzeuge aufgrund der direkten Veränderung der Nachfrage (stabiler Warenkorb).

 

Abb. 2: Die linke Grafik zeigt die indexierte Veränderung aktiver Angebote von Gebrauchtwagen im Alter bis 96 Monate seit Anfang März 2020. Die rechte Grafik zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Angebotstage von Gebrauchtwagen im Alter bis 96 Monate.

 

Weitere Entwicklung der Gebrauchtwagen Preise

Auf Basis der aktuellen Marktsituation ist aus unserer Sicht nach wie vor die Wahrscheinlichkeit für eine ‘langsame, U-förmige Erholung’ der Automobil-Wirtschaft, mit 60% am höchsten. Eine konkrete Restwert-Prognose ist aufgrund der zweiten Pandemie-Welle und neuer Lockdown-Maßnahmen allerdings schwierig.
„Angesichts der Unsicherheiten was die künftige Kaufkraft angeht, erwarten wir eine Verschiebung der negativen Effekte auf die Restwerte ins Jahr 2021 mit einem Wertverlust in einem Ausmaß von rund minus 2,5%“, so Robert Madas weiter, „mittelfristig ist dann von einer langsamen Erholung der Restwerte auszugehen“. Die folgende Grafik zeigt den erwarteten Verlauf der Restwert-Entwicklung.

 

Abb. 3: Erwartete Entwicklung der Gebrauchtwagen-Restwerte im Vergleich zu Anfang März 2020 (indexiert): bis Dezember 2020 (-0,5%), bis Dezember 2021 (-2,5%), bis Dezember 2022 (-1,6%)

 

Sowohl die Szenarien als auch die Einschätzung der Restwert-Entwicklung werden auf Basis der aktuellen Marktbeobachtung in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig aktualisiert.

HinweisEine Einschätzung für 18 Märkte Europas findet sich im regelmäßig aktualisierten Autovista Group Whitepaper.

 


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