RW-Szenarien auf dem Weg aus der Corona-Krise: das Update

RW-Szenarien auf dem Weg aus der Corona-Krise: das Update


Vor rund einem Monat haben wir eine erste Einschätzung veröffentlicht, wie sich die Corona-Pandemie auf den Automarkt bzw. die Gebrauchtwagen-Restwerte auswirken könnte (siehe hier).

Der folgende Artikel bietet ein Update auf Basis der aktuellen Entwicklungen.

 

Der Autohandel hat zwar wieder geöffnet, auch die großen Flächen über 400m2, die Nachfrage ist jedoch noch weit entfernt vom Niveau vor Beginn der Lockdown-Maßnahmen. Nach drastischen Rückgängen der PKW-Neuzulassungen im März (- 66,7%) und April (- 64,9%) war auch der Mai mit 4.775 PKW-Neuzulassungen vom 1. bis 10. bisher schwach, was einem Rückgang von rund 50% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Auf dem Gebrauchtwagen-Markt zeigen sich indes erste Nachfrage-bedingte Preis-Anpassungen nach unten: Im Vergleich zum Preis-Niveau von Anfang Februar hat der Preisindex um 0,9% nachgelassen, was auf die geänderte Nachfrage-Situation zurückzuführen ist. „In den kommenden Wochen ist nach unserer Einschätzung allerdings von einem stärkeren Minus auszugehen, da voraussichtlich zusätzliche Preis-Anpassungen aufgrund der zu erwartenden schwächeren Nachfrage durchgeführt werden“, so Robert Madas, Valuation Insights Manager von Eurotax Österreich.

So zeigen etwa die Restwerte in Schweden, wo es keinen Lockdown gab, und in Finnland, wo die Händler in den letzten Wochen geöffnet hatten, einen stärkeren Rückgang des Preis-Index als in Märkten, die härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen hatten.

Update der Szenarien für den Weg aus der Krise

Um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Automobilindustrie einzuschätzen, hat Eurotax fünf mögliche Szenarien zur wirtschaftlichen Erholung im Hinblick auf deren Wahrscheinlichkeit untersucht und aktualisiert:

„Auf Basis der aktuellen Marktsituation ist aus unserer Sicht die Wahrscheinlichkeit für eine ‘langsame, U-förmige Erholung’, mit 60% am höchsten“, so Robert Madas. „Die Gefahr einer tiefen Rezession und noch langsameren Erholung ist allerdings im Vergleich zur ersten Einschätzung größer geworden und wird von uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% beziffert.“

In Bezug auf die Restwert-Entwicklung wird das Zusammenspiel von zusätzlichen Rabatten und der Nachfrage entscheidend sein. „Wir erwarten in diesem Jahr bis Dezember den deutlichsten Wertverlust in einem Ausmaß von rund – 3,8% gegenüber Anfang März“, so Robert Madas weiter, „mittelfristig ist dann von einer langsamen Erholung der Restwerte auszugehen.“ Die folgende Grafik zeigt den erwarteten Verlauf der Restwert-Entwicklung.

Allerdings ist es zum aktuellen Zeitpunkt noch zu früh für eine abschließende Prognose, weshalb sowohl die Szenarien als auch die Einschätzung der Restwert-Entwicklung regelmäßig aktualisiert werden.

Hinweis: Eine Einschätzung für 13 Märkte Europas findet sich im regelmäßig aktualisierten internationalen Autovista Group Whitepaper

 

 


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