Unter dem Regenbogen – Farbstatistik 2018

Unter dem Regenbogen – Farbstatistik 2018


Wenn man die Autos auf Österreichs Straßen auf Ihre Farbenvielfalt hin in Augenschein nimmt, bekommt man das Gefühl, dass es sich eher um Einheitsbrei denn um bunte Vielfalt handelt. Zwar werden unterschiedlichste Farben angeboten, für unzählige Nuancen von Weiß-, Grau- und Schwarztönen kreative Kunstnamen erfunden, letzten Endes folgen die Käufer der Farbenvielfalt aber nur zu einem geringen Teil. Bunt ist die Welt der Fahrzeuge in Österreich 2018 nicht gewesen.  

 

Genau 76% und damit mehr als Dreiviertel der neu zugelassenen Fahrzeuge tragen nicht Farbe, sondern Schwarz (20%), Weiß (24%) oder Grau/Silber (32%) und erinnern damit mehr an den Kleiderschrankinhalt eines Existenzialisten denn an angenommene Farben-Vielfalt seitens der Kunden. Diese Präferenzen sind äußerst stabil, wie der mittelfristige Vergleich zeigt. So waren auch 2016 mehr als Dreiviertel (77%) der neu zugelassenen Fahrzeuge Schwarz (22%), Weiß (24%) oder Grau/Silber (31%).

Trotz der Ton in Ton Tristesse gibt es bunte Flecken auf Österreichs Straßen: Beliebt unter den Farben sind vor allem Blau (Gesamtmarktanteil 10%) und Rot (Gesamtmarktanteil 8%). Weniger Beliebtheit erfreuen sich Braun (3%) sowie Gelb, Grün und Orange mit je 1% Marktanteil bei den Neuzulassungen. Alle anderen Farben spielen am Gesamtmarkt kaum eine Rolle und bleiben unter einem Prozent Anteil.

Überraschende Erkenntnisse zeigen sich dann, wenn man Marken miteinander vergleicht. Zumindest würde man nicht erwarten, dass Bentley, DS und Nissan Gemeinsamkeiten aufweisen. Ihr Anteil an violetten Neuanmeldungen liegt jeweils bei 2 Prozent und damit ex aequo auf Platz 2 der violetten Neuzulassungen. Seat liegt mit einem 3% violett-Anteil an der Spitze.

Natürlich bestätigt sich auch, was viele schon auf den Straßen beobachtet haben oder annehmen würden: Ferraris sind überwiegend rot (51%), und auch bei Alfa Romeo Käufern erfreut sich diese Farbe mit 28% großer Beliebtheit. Mini Fahrer stehen demgegenüber auf grün (10%), dank des klassischen British Racing Green. Auch bei den Exoten bestätigen sich die Erwartungen: Aston Martins sind eher grau/silber (65%), der eine 2018 zugelassene Bugatti kommt in blau und die beiden McLarens sind orange bzw. schwarz.

Auffallend bunt ist die Marke Dacia, die ja gemeinhin nicht mit einer bestimmten Farbe verbunden wird, und die Zahlen bestätigen das auch: Die Neuzulassungen sind hier betont farbenfroh im Vergleich zu anderen Marken. 25% blaue, 12% braune und 7% orange Neuzulassungen stehen einem vergleichsweise kleinen Anteil von „nur“ 53,5% schwarz/weiß/grau/silber gegenüber.

Dass Werbung wirkt, zeigt sich auch am Beispiel Mazda, die ihre Fahrzeuge oft in Rottönen präsentieren: 27% der Neuzulassungen sind in Rot und erreichen damit beinahe das Niveau von Alfa Romeo (zur Erinnerung 28%). Toyota Käufer haben ebenfalls eine Vorliebe für die Farbe Rot, denn 20% der Neuzulassungen kommen in der Signalfarbe.

Bei näherer Betrachtung der „Klassiker“ Schwarz/Weiß/Grau/Silber fällt auf, dass sich z.B. Audi mit 40% schwarzen Neuzulassungen im Spitzenfeld befindet, Volkswagen mit 30% weißen Neuzulassungen ebenfalls über dem Durchschnitt liegt. Führend bei Neuzulassungen in Weiß ist übrigens Smart mit 39%. Skoda fällt mit 41% grauen/silbernen Neuzulassungen auf und liegt damit knapp vor Citroën (39%) und Toyota (38%).

„Wir hoffen, dass der Sommer jetzt die Farben stärker hervorbringt, die die Käufer aus dem vorhandenen Angebot bisher nicht auswählen. Unsere Städte und Straßen hätten durchaus ein bisschen mehr Farbe verdient“, so Robert Madas, Valuation Insights Manager für Österreich und Schweiz.

 


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