Die Flottenzulassungen am österreichischen Automobilmarkt

Die Flottenzulassungen am österreichischen Automobilmarkt


Vergleich zwischen Flotten- und Privatmarkt

Die Flottenzulassungen: Ein Wachstumstreiber am österreichischen Automobilmarkt wird immer emissionssensibler

Seit etlichen Jahren ist am Privatmarkt für die Händler und Importeure immer weniger zu holen. Seit 2009 sinkt der Anteil der privaten Neuzulassungen kontinuierlich ab, was dem schwächeren Privatkonsum im Nachgang zur Wirtschaftskrise und den steigenden Kurzzulassungen und der damit verbundenen Verschiebung des Neuzulassungsgeschäfts auf den Markt für junge Gebrauchte, zuzuschreiben ist. Der Flottenmarkt hingegen legt kontinuierlich zu. Doch die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen gehen auch am Flottenmarkt nicht spurlos vorbei und emissionsarme Fahrzeuge unter 130g CO2/km liegen im Anteil bereits bei 50%.

Der Trend weg von den privaten hin zu den gewerblichen Neuzulassungen hält auch 2016 weiter an. Waren es im Jahr 2009 noch fast 4-mal so viele private als betriebliche Neuzulassungen so hat sich dies 2015 auf deutlich weniger als zweimal so viele reduziert.

Grafik zu den Privatzulassungen vs Flottenzulassungen im Zeitverlauf

Bleibt das auch die nächsten Jahre in dieser Form aufrecht, so wäre 2019 der Zeitpunkt erreicht, zu dem Flottenzulassungen vor den Privatzulassungen zu liegen kommen. Dennoch aus heutiger Sicht nicht sehr wahrscheinlich. Zum einen gehen wir von einem für die nächsten Jahre eher stabilen Marktvolumen aus. Zahlenmäßig allerdings entwickeln sich die Privatzulassungen deutlich schneller nach unten als die betrieblichen Neuzulassungen nach oben. Es gibt also bei einem stabilen Marktvolumen eine dritte Komponente die die fehlenden Fahrzeuge auffangen muss. Das sind die Kurzzulassungen und Mietfahrzeuge. Zwar haben sich die Kurzzulassungen in den letzten Jahren gesehen stark nach oben entwickelt, doch scheint auch hier der Plafond bald erreicht zu sein, vor allem weil die Kurzzulassungen (bis 120 Tage) im letzten Jahr bereits sehr stabil geblieben sind und auch im Vergleich mit z.B. Deutschland der Unterschied im Kurzzulassungsanteil nicht mehr sehr groß ist. Die Deckelung ist also bereits am Horizont ersichtlich. Die Unternehmen werden allerdings ebenfalls nicht zügellos ihre Flotten aufrüsten und auch deshalb kann das Wachstum so nicht auf ewig weiter gehen.

Dennoch ein Treiber im derzeitigen Flottengeschäft scheint die Neugestaltung der Sachbezugsregelung zu sein. Seit dem Jahr 2016 müssen alle Personen, die das Firmenauto auch für Privatfahrten nutzen können und deren Fahrzeug mehr als 130g CO2/km ausstößt, 2% anstatt 1,5% des Anschaffungspreises pro Monat als Sachbezug vom Monatslohnbrutto bezahlen. Eine Änderung der Spielregeln, die den betroffenen Arbeitnehmern im Normalfall sauer aufstößt und für den ein oder anderen sicherlich Auslöser für eine Neuverhandlung beim Thema Dienstwagen.

Grafik zu den durchschnittlichen CO2-Emissionen von Neufahrzeugen im Zeitverlauf

Die Ankündigung und Verabschiedung der gesetzlichen Änderungen machen sich in den Firmenzulasungen deutlich bemerkbar. Mit September 2015 sinkt der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Flottenfahrzeuge recht deutlich. Es ist ein großer Unterschied zwischen Neuzulassungen auf privater und auch betrieblicher Ebene festzustellen. Die Entwicklung in diese Richtung ist allerdings bereits seit geraumer Zeit im Gange. Die generell erzielten Reduktionen beim Thema CO2 in den letzten Jahren, haben dazu geführt, dass der Anteil der Flottenfahrzeuge mit weniger oder gleich 130g CO2-Ausstoß deutlich zugenommen hat. Die gesetzlichen Änderungen haben also diesen Trend noch einmal verstärkt und eventuell einen zusätzlichen Impuls für Neuzulassungen am Flottenmarkt provoziert.

Grafik zum Anteil der Flottenfahrzeuge unter 130g CO2 pro km im Zeitverlauf

Da die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein Sinken der Grenzwerte um 3g pro Jahr vorsehen, ist auch mit einer weiteren Reduktion des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes zu rechnen. Die Industrie ihrerseits ist ja ohnehin unter Druck die Vorgaben der Politik (95g CO2/km im Flottendurchschnitt) bis zum Jahr 2020/2021 zu erreichen, was naturgemäß große Auswirkungen auch auf die Durchschnittswerte in Österreich haben wird. Die jüngsten Bekenntnisse großer Hersteller zum Thema Elektromobilität sind ja ein klares Signal, dass die Herausforderungen der Politik angenommen werden, da ohne Elektrifizierung von Flotten die Ziele für die Hersteller nicht zu schaffen sein werden.

Für die Neuzulassungen in Österreich sind die Flottenzulassungen bereits ein sehr wichtiger Kanal, der in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Die zu erwartende voranschreitende Elektrifizierung von Flotten stellt allerdings gleichermaßen alle Beteiligten (Politik, Infrastrukturanbieter, Hersteller/Importeure und Händler) vor gewisse Herausforderungen, die besser früher als später adressiert werden, da ein flächendeckendes Angebot nur in Kombination mit flächendeckender Nutzungsinfrastruktur zu einer funktionierenden Elektromobilität führen werden, was für die Akzeptanz am Privatmarkt ausschlaggeben ist. Nämlich die Alltagstauglichkeit.

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