Analyse zur VW Dieselaffäre

Analyse zur VW Dieselaffäre


Viel ist passiert seitdem die VW Dieselaffäre publik geworden ist. Noch mehr ist in den Medien geschrieben worden. Der Aktienkurs von Volkswagen klettert seit dem abrupten Fall (direkt nach Bekanntwerden), kontinuierlich und deutlich nach oben, und hat einen Großteil des Verlustes aus den Anfangsmonaten bereits wieder aufgeholt.

Bei den Restwerten der betroffenen Fahrzeuge herrschte und herrscht bis heute im Gegensatz zum Aktienkurs Stabilität. Zieht man den Eurotax Angebotskurs als Indikator heran, so gab es seit Juli 2015 (hier ist der Index auf 100 gesetzt) für VW einen Wertverlauf von minus 2 Indexpunkten, während der Index für die anderen Marken stabiler geblieben ist und mit aktuellen Stand vom 20. Februar 2017 wieder bei 100 zu liegen kommt.

Veränderungen in dieser Größenordnung sind im normalen Bereich und daher auch nichts Außergewöhnliches. Man kann also davon ausgehen, dass VW aufgrund der Dieselthematik in puncto Restwert nicht gelitten hat.

Grafik zum VW Dieselaffäre Kommentar

Dass allerdings die Dieselfahrzeuge insgesamt, egal ob VW Konzernmarke oder nicht, in Zukunft zumindest leicht unter Druck kommen könnten, ist nicht vollkommen auszuschließen.

Erstmals wurde mit der Entscheidung in Stuttgart im deutschsprachigen Raum ein Diesel-Fahrverbot für gewisse Zonen im Falle von zu gravierender Feistaubbelastung verhängt. Gültigkeit ab 2018. Damit sind ertmals konkrete Einschränkungen für die Nutzung auf dem Tisch. Diese sind zwar für Autobesitzer, die ihr Leben lang nicht nach Stuttgart fahren (also den Großteil der Autobesitzer im deutschsprachigen Raum) theoretischer Natur, aber was passiert wenn dieses Beispiel Schule macht?

Die Politik sieht hier die Chance Entscheidungen zu treffen, die neben der thematischen Ebene auch noch eine zweite Ebene in sich tragen. Gerade in Deutschland, wo die Autolobby traditionell sehr stark ist, schwingt in dieser Entscheidung eine symbolische Ebene mit. Diese lautet: Wir lassen uns von den Lobbies nicht beindrucken. In Zeiten wo vom Souverän, also dem Volk, mit Brexit und US-Präsendent Trump anti-Establishment Entscheidungen gefällt wurden, können derartige Maßnahmen wie in Stuttgart auch den Gedanken innehaben, dass die Politik sich mit „neuem Gesicht“ präsentieren und diesen Tendenzen Tribut zollen möchte.

Dennoch müssen derartige Beschlüsse unter dem Bewusstsein getroffen werden, dass hier Geld vernichtet wird. Nicht nur bei Leasinggesellschaften und Herstellern, sondern auch bei vielen Besitzern von Dieselfahrzeugen, die in diesem Falle Gefahr laufen, in weiterer Zukunft nicht mehr den Wert für ihre Fahrzeuge zu bekommen, den die Fahrzeuge heute noch besitzen.

 

 


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