Allradsaison eröffnet – 4×4 entwickelt sich von der Nische zum Mainstream

Allradsaison eröffnet – 4×4 entwickelt sich von der Nische zum Mainstream


Eurotax Pressemeldung über die Entwicklung der Allradfahrzeuge von der Nische zum Mainstream

Der Allradanteil an den Neuzulassungen hat sich seit 2005 deutlich nach oben bewegt und liegt mittlerweile im laufenden Jahr (Jan – Okt) bei 22,2%. Den höchsten Anteil an Allradfahrzeugen hat Suzuki, wo im laufenden Jahr mehr als zwei Drittel aller neu angemeldeten Fahrzeuge mit 4×4-Antrieb ausgestattet sind. Nach Stückzahlen hat BMW im laufenden Jahr mit 9.709 Einheiten die Nase vorn. Das meist zugelassene Allradmodell ist der Volkswagen Tiguan.

Allrad hat sich im österreichischen Fahrzeugmarkt etabliert und festgesetzt. Im Europäischen Vergleich 2015 (Quelle: ACEA) lag die Österreich mit mehr als 21% der Neuzulassungen an fünfter Stelle der Allradländer und damit deutlich über dem Durchschnitt. Dass eine Vorliebe für Allradantrieb zumindest entfernt etwas mit der Topografie und Fahrbedingungen zu tun hat, lässt sich unter anderem daraus ableiten, dass die bergige Schweiz an Platz eins (39%) in Europa lag, gefolgt von Norwegen und Schweden.

Seit 2015 ist der Allradanteil an den Neuzulassungen in Österreich weiter leicht auf 22,2% gestiegen – eine Entwicklung die sich seit geraumer Zeit nachvollziehen lässt.

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Diese Steigerung in den Neuzulassungen macht sich auch im Bestand bemerkbar. Mit Ende 2015 lag die Quote bei 15,24%, wobei diese seit 2005 von 9,21% kontinuierlich angestiegen ist. Die Vermutung, dass der Allradanteil etwas mit Topographie und Straßenbedingungen zu tun hat bestätigt sich weiter, wenn man die Allradquote im Bestand analysiert. In bergigen Regionen liegt diese höher, und am höchsten mit knapp über 37% im Bezirk Landeck. Natürlich wirkt sich auch eine hohe Dichte von großen SUVs steigernd auf die Allradquote aus. Aus diesem Grunde ist auch der Bestand an Allradfahrzeugen im nicht gerade bergigen ersten Wiener Gemeindebezirk bei 30%. Der Durchschnittsbestand lag Ende 2015 bei 15,24%.

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Allrad kommt also vom Berg in die Täler. Eine Beschränkung auf die oft mit Allrad gleichgesetzten SUV ist nicht mehr zeitgemäß. Überhaupt muss hier differenziert werden. Zwar sind auch 2016 94% aller neu zugelassenen großen SUVs Allradfahrzeuge, jedoch nur 45% aller kleinen und mittleren neu zugelassenen SUV kommen mit 4×4. Die größten Steigerungsraten in den Hauptsegmenten gibt es in der Mittelklasse (2005 lag der Allradanteil bei 8%, 2016 schon bei 28%).

Auch beim Thema CO2 entwickelt sich das Allradsegment dynamisch. Nicht nur die Technik, sondern auch die immer weitere Verbreitung des Allradantriebs in kleineren Fahrzeugen begünstigt den Abwärtstrend. Lag der durchschnittliche CO2 Ausstoß eines neu angemeldeten Allradfahrzeugs 2005 noch bei knapp 210 g pro Kilometer, so hat er ich bis 2016 auf 140 g im Durchschnitt gesenkt. Zweiradbetriebene PKW nahmen im selben Zeitraum eine Entwicklung von 154 g auf 114 g CO2 im Durchschnitt. Die Einsparungen sind also deutlich geringer.

Die gewerbliche Nutzung von Allradfahrzeugen liegt in den meisten Segmenten noch ein wenig über der Privaten. Erstaunlich ist, dass die größten Unterschiede in der Quote im kleinsten Segment bestehen. Bei den Kleinwagen sind 15% der gewerblich genutzten Neuzulassungen mit Allrad ausgestattet, wobei im Gegensatz dazu bei den privat genutzten nicht einmal 5% zu Buche stehen.

Den größten Allradanteil an seinen Neuzulassungen innerhalb der Top 20 Marken hat Suzuki. Von Jänner bis Oktober 2016 waren 67,4% aller neu zugelassenen Suzukis Allradfahrzeuge. Als Allradkönig kann man allerdings BMW bezeichnen. Unter den Top 20 liefert BMW im laufenden Jahr eine Quote von 59,5% (bei den privaten Neuzulassungen sogar 61,1%) und kann somit von der Quote den zweiten Platz hinter Suzuki belegen. Die anderen Marken haben bereits einiges an Respektsabstand. Von den Stückzahlen her gesehen, ist BMW allerdings die Marke, die mit 3.476 neu zugelassenen Einheiten im privaten Sektor, sowie mit 6.233 Stück im gewerblichen Sektor die Rangliste da wie dort anführt. Auf den Plätzen folgen VW und Audi. Der Quotenleader Suzuki befindet sich mit 2.155 Einheiten im privaten und 1.189 Stück im gewerblichen Bereich im Allrad-Mittelfeld der Top 20 Marken.

So gut BMW auch performt, das meist zugelassene Allradmodell von Jänner bis Oktober 2016 kommt von Volkswagen und heißt Tiguan. Der Volkswagen SUV kann 2016 von attraktiven Angeboten rund um den Modellwechsel profitieren, wobei sowohl Abverkäufe des alten Modells zu attraktiven Preisen, als auch ein positives Momentum durch das neue Modell die Neuzulassungen in die Höhe gleiten ließen. Das Top Allradmodell des Vorjahres – der Skoda Ocatvia – kommt im laufenden Jahr hinter dem Tiguan und dem X1 auf den dritten Rang.

Dass ein Modell wie der Skoda Octavia das meist neu zugelassene, oder eines der am meisten neu zugelassenen Allradfahrzeugen ist, ist ein klares Indiz dafür, dass Allrad keine Nische (mehr) ist. Allrad hat seinen fixen Platz in der Fahrzeuglandschaft gefunden und wird stark nachgefragt. Der Trend wird sich die nächsten Jahre vermutlich nur weiter fortsetzen.

 

 


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